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Wörter mit Œ haben ihren Ursprung zumeist im Lateinischen bzw. Griechischen. Im zweiten Jahrhundert nach Christus begann sich die Aussprache des Œ, einem Diphtong – also der Verbindung zweier Vokale in derselben Silbe – in nur einen Laut zu wandeln: Vom [oe] bzw. [oi] gelangte man nun zu einer Art [e]. Während die Römer das Œ für ihren Doppellaut noch nicht verwendet hatten, begann man damit nun im Mittelalter in Nachdrucken lateinischer Texte. Da man jene Wörter la-teinischen oder griechischen Ursprungs auch in der weiteren Sprachentwicklung nicht als der eigenen Sprache zugehörig empfand, behielt man diese Schreibweise lange bei. Erst später wurde das Œ zum typisch französischen Buchstaben.
Mit der Entwicklung der Rechtschreibung in Frankreich, bekamen auch Wörter, die im Lateinischen nur mit O geschrieben wurden, ein Œ (soror wurde sœur). Ganz konsequent war man bei der orthographischen Festlegung des Lautes damals aber nicht. |
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Das Œ kommt heute fast ausschließlich im Französischen vor. Sehr selten, aber früher häufiger gebräuchlich, ist es im Englischen. Hier dient es auch zu Kennzeichnung von Wörtern lateinischen oder griechischen Ursprungs. Es wird zum Beispiel auch benutzt, um akademisch korrekt aus alten Quellen zu zitieren. Außerdem ist es im internationalen phonetischen Alphabet zu finden.
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Das Œ ist eine sehr seltene Buchstabenkombination. Es handelt sich um einen Vokal, genauer gesagt um ein sogenanntes »Digramm« oder auch »Digraph«. Dieser Ausdruck, der aus dem Griechischen stammt, besagt, dass hier zwei Buchstaben zu einem einzigen Laut verbunden wurden.
Das Œ ist demnach – anders als man zunächst denken könnte – keine Ligatur im eigentlichen Sinne. Erst wenn man zwischen typografischen Ligaturen auf der einen und lexikalischen bzw. orthografischen Ligaturen auf der anderen Seite unterscheidet, kann man das Œ (und zwar bei letzteren) hinzurechnen. Dem Œ als Buchstabe können mehrere phonetische Werte zugeordnet werden; aber als Zeichen ist es auch Bestandteil des phoentischen Alphabets selbst. œuf [œf] nœud [nø] [Œ] offener Mittelzungenvokal [œ] halboffener gerundeter Vorderzungenvokal |
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Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Œ darzustellen. Bei der ersten, die man heutzutage
am häufigsten sieht, werden die beiden Buchstaben einfach ohne Abstand aneinander gerückt, wobei das O in den meisten Fällen an der rechten Seite mehr oder weniger seine Rundung einbüßt. Eine zweite, beispielsweise im 16. und 17. Jahr-hundert sehr geläufige Möglichkeit, ist die Verschränkung, das heißt das Ineinanderschieben der beiden Buchstaben. Dies findet man beispielsweise bei der Original Garamond und der Original Jannon. Im französischsprachigen Raum zählt das Œ richtiggehend als eigener Buchstabe. Es kommt hier zwar in relativ wenigen Wörtern vor, allerdings sind dies meist Wörter häufigen Gebrauchs. In Wörter- und Telefonbüchern wird es wie ein von einem E gefolgten O behandelt. Das Œ darf nicht verwendet werden wie eine typografische Ligatur. Daher wird OE/oe auch in guten Textverarbeitungsprogrammen bei aktivierter Ligatur-Automatik nicht durch Œ/œ ersetzt. Es ist ausschließlich auf spezielle Wörter festgelegt. Und bei diesen muss es verwendet werden, ansonsten gilt es als Rechtschreibfehler. Anders als typografische Ligaturen, muss es auch im gesperrten Satz benutzt werden. Weiterhin wichtig ist, dass bei Großschreibung eines Wortes beide Buchstabenkomponenten Versalien sein müssen, was bei typografischen Ligaturen nicht der Fall ist. |
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