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Versales / großes J Das J könnte man als den kleinen Bruder vom I bezeichnen – als einen Nachzügler, der erst später hinzu kam. Es ist einer der jüngsten Buchstaben des lateinischen Alphabets, der aus dem I entwickelt und später hinter ihm eingereiht wurde.
Vorher stand das I sowohl für den Lautwert [I] als auch für [J], bis man im 16. Jahrhundert lautlich und grafisch zu differenzieren begann. Zur Entstehung des Buchstabens J: ∙ Die Phönizier besaßen das erste Alphabet, das jedoch keine Vokale enthielt. Sie "exportierten" es über den ganzen Mittelmeerraum. Altsemitisch/Phönizisch, seit etwa 1200 v. Chr.: ∙ Name: Jodh oder Yodh ∙ Lautwert: hartes [i] ∙ Semikonsonant ∙ Bedeutete Hand ∙ Buchstabe in Form eines Versal-Z mit mittigem Querstrich ∙ Die Griechen übernahmen das Schriftsystem von ihren phönizischen Handelspartnern. Sie vereinfachten die Form und änderten die Namen. Sie wiesen dem Konsonantenzeichen Jodh, was es in ihrer Sprache nicht gab, einen Vokal zu. Griechisch, entwickelt von 1000 bis 700 v. Chr. mit 24 Buchstaben: ∙ Name: Jota ∙ Lautwert: langes [i] ∙ Umwandelung zum Vokal ∙ 9. und kleinster Buchstabe des Griechischen Alphabets ∙ Form-Vereinfachnug zum schlichten Strich ∙ Das westgriechische Alphabet wurde mit einigen Abänderungen von den Römern weitergeführt. Eventuell hat es noch einen Umweg über die Etrusker gemacht, bis es von den Latinern, den späteren Römern, übernommen wurde. Lateinisch, seit 600 v. Chr. mit 19, später 21 Buchstaben: ∙ Name: Vokal i und Konsonant y ∙ Lautwert: hartes und langes [i] ∙ Vokal und Konsonant ∙ Schlichter Strich, bei Capitalis Monumentalis mit Serifen Europäisches Mittelalter: Bis 1000 n. Chr. verbreiteten die Römer das Latein über Europa. Es bestimmte die Schriftkultur des Mittelalters, die bis ca. 1150 nur lateinisch verfasste, religiöse Texte verzeichnete. Langsam wurden die Volkssprachen verschriftlicht, mit verschiedenen skriptografi-schen Varianten des j-Lautes. Seit dem 12. Jahrhundert: Das gedoppelte ii, das für einen längeren i-Ton stand, bekam zwei strichartige Akzente zur Hervorhebung. Oft wurde das zweite i mit einer leichten Unterlänge versehen. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts: Aus dem strichartigen Akzent wurde der i-Punkt in Form eines kleinen Kreises. Seit dem 16. Jahrhundert: Die lautliche Differenzierung der Phoneme i und j setzte ein. In den germanischen Sprachen steht das j seitdem für den Lautwert [j]. Seit dem 17. Jahrhundert: Auch in der geschriebenen Sprache setzte sich eine eindeutige skriptografische Differenzierung zwischen i und j durch. Das j wurde in das Alphabet als 10. Buchstabe eingereiht. |
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Der Großbuchstabe J Der Buchstaben J hat eine der einfachsten Formen im Alphabet. Das große J ist als solches erkennbar, sobald ein senkrechter Schaft mit oder ohne Unterlänge sich im unteren Teil nach links neigt.
Zusätzlich schließt sich bei vielen Buchstabenformen am oberen Ende ein waagerechter Ansatzschwung an, der regelrecht zum Querbalken werden kann. Einen Punkt braucht das große J nicht.
Ein J wird so gesetzt, daß es vorne Minimalabstand hat, weil es nach links hin offen ist. Vor allem bei serifenlosen Schriften wird manchmal ein großes J anstelle eines großen i verwendet. Bei derartigen Buchstaben sind das große i und das kleine L sonst oft kaum unterscheidbar. |
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Sprachen ohne J: Nicht jede Sprache benötigt den Buchstaben J.
So kommen beispielsweise das Italienische – schon im Lateinischen gab es keinen Bedarf nach einem Zeichen für den J-Laut – und das Slowakische ohne ihn aus. Mit seiner Häufigkeit von 0,27% im deutschen Sprachgebrauch bleibt das J auch bei uns ein seltener Buchstabe. |
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Elektrotechnik: Formelzeichen für die Stromdichte
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Der Kleinbuchstabe j Er wird als solcher erkennbar, sobald ein senkrechter Grundstrich, über dem ein Punkt sitzt, eine angedeutete Unterlänge besitzt, also unter die Grundlinie hinausragt (was ihn vom i unterscheidet). Häufig neigt sich der Schaft nach links unten und ist beispielsweise tropfenförmig oder hat einen Endstrich (Serife). Auch nach oben hin kann der Schaft mit einer Serife abschließen, die unterschiedlich ausgeformt vermittelt oder unvermittelt in den Schaft übergeht.
Gesetzt wird das kleine j mit gleichem Abstand vor und hinter dem Buchstaben. Hat das j statt Unterlänge einen halbkreisförmigen Verlauf nach links, kann dies Löcher in den Text reißen. |
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Physik:
Formelzeichen für die Stromdichte Formelzeichen für die Ionendosis Einheitssymbol der Energie |
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Chemie: frühere Abkürzung für Jod (heute I wie Iod)
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Judenverfolgung: J stand während des Nazi-Regimes in jüdischen Pässen
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Abkürzung: J wie Jahr oder Jahrgang
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Münzprägung: Kennzeichnung der in Hamburg geprägten deutschen Münzen
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Redewendungen: Das Jota wird zur Bezeichnung von etwas Winzigem, Geringem gebraucht. In Redewendungen steht es im Sinne von "nicht im Geringsten" oder "auch nur im Allergeringsten".
Beispiel aus der Bibel: "Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist." Matthäus 5,18 |
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