BEARBEITEN At-Zeichen

Bedeutung Das At-Zeichen, nach at (engl. »bei«), trennt in Email-Adressen auf eindeutige Weise den Benutzernamen von dem Servernamen, z.B. »mustermann@xyz.de«. Deshalb steht es oft als Zeichen für das Internet, ein Internetcafé oder ähnliches.
Im englischsprachigen Raum ist seine Bedeutung jedoch nicht auf das Internet beschränkt. So zeigt z. B. Adobe in seinem Programm Photoshop die Vergrößerungsstufe an. Im Kopfbalken des Fensters liest man: »imagexyz.jpg @ 200%«.

Synonyme
Deutsch: Klammeraffe, Internet-A
Englisch: at sign, commercial at
Französisch: Arobe, Arrobe oder Arrobas
Hebräisch: Strudel
Chinesisch: Xiao Laoshu = Kleine Maus oder Laoshu Hao = Mausspur
Tschechisch: Zavináč = Rollmops

Geschichte
Um die Herkunft dieses Zeichens ranken sich viele Mythen, es ist definitiv älter als sein internationaler Erfolg als Zeichen der @-Generation.
Es ist schon auf US-amerikanischen Schreibmaschinentastaturen Ende des 19. Jahrhunderts zu finden und fand auf diese Weise 1963 seinen Weg in den ASCII-Code. Der Programmierer Ray Tomlinson entdeckte es dann auf der Tastatur seiner TeleType33, auf der Suche nach einem eindeutigen Trenner zwischen Name und Domain, als er im Winter 1971/1972 die moderne eMail erfand. Tomlinson arbeitete damals bei Bolt Beranek and Newman (BBN), die von einer Abteilung des amerikanischen Verteidigungsministeriums mit namen ARPA den Auftrag zur Entwicklung des Internetvorläufers ARPA-Net bekamen.

Es existieren mindestens zwei schlüssige Herkunftstheorien:
a) Das Zeichen ist 1555 auf der iberischen Halbinsel nachgewiesen und steht als Abkürzung für das Maß für Festes und Flüssiges, Arroba, etwa 10 Kilogramm oder 15 Liter. Der Name stammt aus dem Arabischen, Ar-roub bedeutet »das Viertel«. Noch heute wird das Zeichen in Spanien Arroba und in Frankreich Arrobas genannt.

b) eshandelt sich um ein angelsächsisches kaufmännisches Wertzeichen für den englischen Begriff »at«, der wie das französische »à« verwendet wird:
5 apples @ 50 ¢ = 5 apples at 50 ¢ = fünf Äpfel zu 50 Cent.

Beide Theorien müssen sich nicht unbedingt widersprechen, über die Jahrhunderte können sich die Bedeutungen auch verschoben haben.

Eine inzwischen widerlegte Theorie: das Zeichen stehe für eine Ligatur aus a und d für das lateinische Wort »ad« (deutsch »zu« oder »zu etwas hin«). Diese Theorie hatte ihren Charme, da das Minuskel d tatsächlich eine Zeit lang eine Form hatte, die eine entsprechende Ligatur nahelegt. Diese Form gibt es heute noch als mathematisches Zeichen: ∂ U+2202 PARTIAL DIFFERENTIAL. Bisher ist jedoch in keiner lateinischen Handschrift eine solche Ligatur nachgewiesen.

Kurzbefehl
Auf einer deutschen PC-Tastatur läßt sich dieses Zeichen durch Alt Gr und Q darstellen, auf einer deutschen Macintosh-Tastatur mit Alt und L.

Quellen
Katie Hafner, Matthew Lyon: ARPA Kadabra oder die Geschichte des Internet, 2. korr. Auflage, dpunkt.verlag, Heidelberg, 2000
Die Autoren führten ein Interview mit Ray Tomlinson, dem Erfinder der modernen E-Mail über seinen Wahl, das @-Zeichen zu verwendet: »Ich entschied mich für das Zeichen @«. Dafür sprach, daß es (auf englisch) die Bedetung von »at« (bei) — nämlich »bei« einer bestimmten Einrichtung — besaß.
 
HINZUFüGENÄHNLICHE ZEICHEN
 < CHARACTER >  BLOCK PROPERTIES
U+0040 COMMERCIAL AT
DEUTSCH : ENGLISH