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Hangul im Unicode Hangul ist das koreanische Schriftsystem. Es ist im Unicode mit drei verschiedenen Blocks vertreten. Es nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da es zwar vorkommt, daß ein Schriftsystem noch »extended« wird (Latin, Greek), bei Hangul jedoch eigentlich nur bereits im Block Hangul Jamo codierte Zeichen erneut auftauchen bzw. zu Silben kombiniert werden.
Hangul Compatibility Jamo(U+3130 bis U+318F) ist dabei der zweite Block und enthält nur Zeichen, die eigentlich auch in der Hangul Jamo Tabelle existieren. Im Gegensatz zu diesen sind für die Hangul Compatibility Jamo aber keinerlei semantische Eigenschaften definiert worden, und sie können für den normalen Schriftgebrauch nicht eingesetzt werden. Sie sind nur nötig, um die Rückwärtskompatibilität des Unicode mit dem koreanischen Hangul-Zeichensatz KS C 5601 zu gewährleisten, der entsprechend der koreanischen Hangul-in-Unix Industrienorm KS C 5861-1992 codiert wurde (diese Industrienorm heißt auch EUC-KR; das EUC ist ein von AT&T entwickeltes Verfahren, das die Verwendung verschiedener Zeichensatztabellen parallel ermöglicht). Der erste Block, Hangul Jamo (U+1100 bis U+11FF) enthält alle aus den 28 erfundenen Hangul-Zeichen gebildeten Zeichenvarianten, aus denen die Hangul-Silbenblöcke zusammengesetzt werden. »Jamo« bedeutet soviel wie »Mutter einer Schrift«, und ein Jamo hat in etwa dieselbe Funktion wie einer unserer Buchstaben. Nach seinen ersten drei Konsonanten wird der Block auch als »Ganada-Ordnung« bezeichnet (weiteres unter »Hangul Jamo«). Der dritte Block ist Hangul Syllables (U+AC00 bis U+D7AF) und enthält die fertigen, aus einzelnen Jamo zusammengesetzten Silbenblöcke. In allen möglichen Kombinationen der Jamo ergeben sich dabei 11.172 Silben, die als das »Johab-Set« bezeichnet werden. Es ist umstritten, ob die Codierung all dieser Silbenblöcke wirklich notwendig war, da sie tatsächlich nichts weiter sind als kombinierte Zeichen der Hangul Jamo, aus der man mit differenzierterer Behandlung durch die jeweilige Software ebensogut alle erforderlichen Silben bilden könnte. |
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Hangul wurde 1443-1446 auf Betreiben des koreanischen Königs Sejong der Große von einem Gelehrtenrat entwickelt. Hangul bestand ursprünglich aus 28 Zeichen, von denen heute noch 24 in Verwendung sind. Es handelt sich um 14 Konsonanten und 10 Vokale, aus denen auch noch Doppellaute und verschärfte Laute gebildet werden. Sie werden Jamo genannt.
Den Vokalen liegen Symbole mit philosophischem Inhalt zugrunde (Kosmos, Erde und Mensch), während die Form der Konsonanten die Form des Mundes bei der Lauterzeugung abbilden. Silben Aus jeweils zwei oder drei Jamo werden Silben gebildet, die immer die Abfolge Konsonant-Vokal(-Konsonant) haben. Sie werden dabei in eine Blockform gebracht, die an chinesische Zeichen erinnert. Die Reihenfolge innerhalb dieses Blocks ist zuerst von links nach rechts, dann von oben nach unten. Die Silbenblöcke werden in Zeilen aneinandergereiht, Worte dabei durch Leerstellen getrennt. Schreiben Die Schreibrichtung war traditionell wie im Chinesischen mit Zeilen von oben nach unten, ist durch westlichen Einfluß aber zu waagerechten Zeilen von links nach rechts geworden. Es gibt keine Groß- und Kleinschreibung. Die Satzzeichen entsprechen den Westlichen, es werden auch die uns bekannten Zahlen eingesetzt. Die Orthographie wird in Nord-und Südkorea unterschiedlich gehandhabt und ist durch den phonetischen Charakter der Schrift nur schwer zu standardisieren. Transkriptionen in lateinische Buchstaben sind ebenfalls schwierig und werden nach verschiedenen Standards vorgenommen, deren bekanntester das McCune-Reischauer-System ist. |
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Geschichte des Hangul Die Entstehungsgeschichte von Hangul ist einzigartig. Im Gegensatz zur sonstigen graduellen Entwicklung von Schriften entstand diese hier im 15. Jahrhundert auf Betreiben des koreanischen Königs Sejong der Große, der einen Gelehrtenrat mit der Entwicklung eines eigenständigen Schriftsystems beauftragt hatte. Auch heute noch gilt Hangul als eines der logischsten und wissenschaftlichsten Schriftsysteme überhaupt.
Bis zur Erfindung von Hangul hatten die Koreaner keine eigene Schrift, man verwendete stattdessen chinesische Schriftzeichen, Hanja genannt. Da ausschließlich Männer der Adelsschicht über Hanja Unterricht erhielten, war ein Großteil der Bevölkerung Analphabeten. Außerdem sind Chinesisch und Koreanisch keine verwandten Sprachen und haben eine völlig unterschiedliche Struktur, wodurch die chinesischen Zeichen zum Schreiben von Koreanisch eigentlich ungeeignet sind. Sie dienten eher als semantische und phonetische Symbole, bei denen man entweder Zeichen mit einer in etwa dem koreanischen entsprechenden Bedeutung verwendete und koreanisch aussprach oder, wie bei der Beamtensprache Idu, Hanja verwendete, deren Aussprache dem Klang des gewünschten koreanischen Wortes entsprach. 1443 schuf Sejong die Jongum-Behörde zur Erfindung einer koreanischen Schrift, die auf den koreanischen Geist und die Sprache perfekt zugeschnitten sein sollte. 1446 war die Arbeit abgeschlossen und die neue Schrift wurde in einem Buch mit dem Titel »Hunmin Chongum« veröffentlicht, »korrekte Laute zur Unterweisung des Volkes«. Der Name Hangul kam erst viel später auf. Die Schrift beruht auf genauen phonetischen Beobachtungen und bestand aus 28 Zeichen, von denen heute immer noch 24 verwendet werden. Bei den Intellektuellen stieß die neue Schrift auf große Ablehnung, sie erhielt den Spottnamen »Onmun«, »plebejische Schrift«. Andere Namen waren »Amgeul« (Frauenschrift) oder »Ahageul« (Kinderschrift). Erst 1894 im Zuge der Kabo-Reform wurde Hangul als Staatsschrift anerkannt und für offi zielle Dokumente verwendet. Nach der Annexion Koreas durch Japan 1910 wurde die koreanische Schrift wieder unterdrückt. 1911 wurde die Verwendung japanischer Sprache und Schrift befohlen, was 1938 in ein generelles Verbot von koreanischer Schrift und Sprache mündete. Für die koreanische Widerstandsbewegung hatte der Kampf um die eigene Schrift als Ausruck kultureller Identität einen sehr hohen Stellenwert. Der Wissenschaftler Ju Si-gyeong benannte deshalb die Schrift Chongum 1912 in Hangul um, was soviel wie »große Schrift« und zugleich »koreanische Schrift« bedeutet. Außerdem bestimmte man einen Hangul-Tag, heute der 9. Oktober. Erst nach der Befreiung Koreas 1945 konnte Hangul wieder frei verwendet werden. Heute wird Hangul weltweit von etwa 80 Milionen Menschen verwendet und liegt in der weltweiten Verwendungshäufigkeit auf Rang 12. |
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Typografie Es gibt für Hangul eine Vielzahl von Schriften, und auf den meisten Betriebssystemen ist zumindest eine Schrift mit den Hangul Jamo installiert. In der Arial Unicode sind sämtlichen koreanischen Zeichen und Silben vorhanden, ansonsten ist die gesamte Zahl der Hangul Syllables meist nur in speziellen Koreanischen Fonts zu fi nden, die dann in der Regel auch viele der japanischen oder chinesischen Zeichen haben.
Der Trend gerade in der Alltagstypographie geht mehr und mehr zu den »serifenlosen« Schriften, was hier bedeutet, daß keine Pinselstrichoptik mehr nachempfundenen wird und keine An- und Abstriche mehr vorhanden sind. |
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Die koreanische Sprache Koreanisch wurde von der Korya-Dynastie zur Nationalsprache gemacht. In Nordkorea nennt man die Sprache Chosono, in Südkorea Hangugeo oder Hangungmal. Weltweit sprechen etwa 80 Millonen Menschen Koreanisch, außer in Korea selbst gibt es noch größere Gruppierungen in Japan, China, den USA und in Bereichen der ehemaligen Sowjetunion.
Obwohl Koreanisch viele chinesische Lehnwörter enthält, sind die beiden Sprachen nicht verwandt. Die Zuordnung ist schwierig, und es ist umstritten ob Koreanisch eine genetische Verwandtschaft mit dem Japanischen hat, eine eigene Sprachgruppe bildet oder zu den Ural-Altaischen Sprachen zu zählen ist, zu denen auch Mongolisch, Finnisch und Ungarisch gehören. Es gibt im Koreanischen momentan etwa sieben verschiedene Dialekte, denen als Name jeweils die Bezeichnung der entsprechenden Provinz mit einem angehängten »mal« (»Sprache«) gegeben wird und die sich relativ ähnlich sind. Sie unterscheiden sich vor allem durch verschieden starke Betonung. Das Koreanische hat einen agglutinierenden, also zusammenfügenden Satzbau. Worte werden nicht dekliniert, sondern durch Vor- und Nachsilben verändert. Nomen haben kein Geschlecht und Verben werden je nach Zeitform konjugiert. Wie wichtig Höflichkeit und Status in der koreanischen Gesellschaft sind, zeigt sich auch in der Sprache. Die Konjunktion der Verben hängt nämlich zusätzlich davon ab, ob der Gesprächspartner einen höheren oder niedrigeren Status hat als man selbst und welchen Status eine dritte Person hat, über die gesprochen wird. Es gibt dabei sieben verschiedene Höflichkeitsstufen, was allein schon zu vierzehn verschiedenen Verbformen führt. Dementsprechend ist Koreanisch nur schwer zu erlernen. |
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