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Geschichte des Braille-Alphabets Das Braille-Aplhabet wurde 1825 von Louis Braille in Paris entwickelt. Der Franzose verlor nach einem Unfall in der Werkstatt des Vaters sein Augenlicht. Er besuchte ein Internat für Blinde in Paris, wo er 1821 Hauptmann Charles Barbier kennenlernte. Die von Barbier entwickelte Nachtschrift ermöglichte ein Lesen von erhabenen Punkten. Zuvor konnten die Schüler nur durch die Methode des erhabenen Drucks lesen. Die Buchstaben des Alphabets hoben sich plastisch vom Papier ab und konnten mit den Fingern abgetastet werden. Viele Buchstaben ließen sich nur schwer auseinanderhalten und das Lesen ganzer Sätze fiel sehr schwer. Jeder Buchstabe musste eine Mindestgröße von 8cm haben.
Bei der Nachtschrift wurden Worte in Laute zerlegt und jeder Laut erhielt ein anderes Muster aus erhabenen Punkten. Diese wurden mit einem Stylus in dickes Papier gedrückt. Die Vorteile dieser Schrift lagen darin das die Punkte sehr klein waren und somit viele Punkte auf einmal ertasbar waren. Leider funktionierte die Schrift nur für kurze Nachrichten und enthielt keine Zahlen und Satzzeichen. Louis Braille vereinachte das System indem er Silben durch Buchstaben ersetzte und die Punktanzahl von 12 auf 6 Punkte reduzierte. Jeder Buchstabe erhielt seinen eigenen Code in dem 6-Punkt-Raster. 1825 war das Braille-Aphabet fertig und 1828 entwickelte Braille eine Notenschrift nach dem selben System. Das Schriftsystem konnte sich viele Jahre nicht durchsetzen. Erst 1850 wurde das Braille-Alphabet offiziell an französischen Blindenschulen eingeführt. Seit ca. 1880 arbeitet fast jede Schule in Europa mit Braille. Heute ist Braille das internationale Schriftsystem für Blinde. |
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Grundraster Die Basis des Schriftsystems stellt ein Raster aus 6 Punkten dar. Dabei sind jeweils zwei Punkte nebeneinander und drei übereinander. Die Punkte sind von oben nach unten durchnummeriert, erst links dann rechts. So ergeben sich auch die Bezeichnungen der einzelnen Zeichen. Hinter der unicode-Angabe werden die jeweils belegten Punkte genannt.
Insgesamt bietet das Raster 64 Möglichkeiten in der Belegung der Punkte, inklusive einem Leerzeichen. |
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8-Punkt-Computerbraille Für den Einsatz am Computer wird ein größerer Zeichensatz benötigt als im Buch- oder Zeitungsdruck. Das 6-Punkte-Raster wurde durch zwei Punkte erweitert. Diese wurden unten an das bestehende Raster angefügt. Punkt 7 liegt unter Punkt 3 und Punkt 8 unter Punkt 6. Die Struktur des Basis-Rasters bleibt erhalten.
Durch die Hinzunahme der zwei Punkte ergeben sich 256 Möglichkeiten und ermöglichen dadurch eine Darstellung aller 256 ASCII-Zeichen. Im 8-Punkt-Braille gibt es anders als im 6-Punkt-Braille durch die größere Anzahl an Kombinationsmöglichkeiten keine Doppelbelegungen. Jedes Zeichen trägt nur eine Bedeutung. Computerbraille wurde 1992 in Deutschland unter DIN 32982 standardisiert. Computerbraille hat zwar den Vorteil, daß ein solcher Text direkt in »Schwarzschrift«, also normal lesbare Buchstaben auf dem Papier und Bildschirm, übersetzbar ist und umgekehrt, was gut ist im Unterricht oder in anderen Situationen, wo Blinde und Sehende gleichzeitig mit den gleichen Dokumenten arbeiten. Da die Zeichenzuordnung bei Computerbraille aber völlig anders codiert ist als bei sechs-Punkt Braille sind die beiden Systeme aber nicht kompatibel, und wer nur ein Sytem gelernt hat, hat große Probleme wenn er zum Anderen wechseln muß. Texte in der einen Braille-Form sind auch nicht direkt in die Andere übertragbar. |
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Lesen Die Punkte werden in der Regel in Papier geprägt. Die erhabenen Punkte werden mit den Fingerkuppen ertastet. Die gebräuchlichste Technik ist das beidhändige Lesen. Hier beginnen beide Finger mit dem lesen einer Zeile, während der rechte Finger die Zeile zu Ende liest, wird der linke Zeigefinger schon an den Anfang der nächsten Zeile gelegt. Hat der rechte Finger das Zeilenende erreicht, beginnt der linke schon mit dem Lesen der nächsten Zeile.
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Braillezeile Die Braillezeile ist ein Ausgabegerät, das an den Computer angeschlossen wird und das Darstellen von Schriftelementen in Braillezeichen ermöglicht. Durch elektromechanisches Anheben und Versenken von Stiften werden die einzelnen Zeichen tastbar. Die Darstellung basiert auf der 8-Punkt-Computer-Braille. Unterschiedliche Braillezeilen können 20, 40 oder 80 Zeichen darstellen. Durch Steuertasten kann der dargestellte Bildschirmausschnitt verschoben werden.
Verschiedene Modelle haben auch analog zur Brailleschreibmaschine 6 Tasten zur Eingabe der Punktschriftzeichen. Braille-Zeilen können Texte je nach Einstellung auch in der Sechs-Punkt-Braille darstellen. Leser müssen die Computerbraille als Anwender nicht beherrschen. Die Punkte 7 und 8 werden in diesem Fall zur Anzeige des Cursors verwendet. Die Braille-Zeile benötigt speziell Übersetzungssoftware zum Beispiel Blindows 3.x (Screenreader). Durch die Braille-Zeile wird es Blinden ermöglicht Berufe mit medialem Einsatz zu erlernen, da alle Funktionen des PCs erfahrbar werden. Eine Alternative zur Braille-Zeile sind Vorlesungssysteme. Mit ihrer Hilfe können Blinde, die Braille nicht beherrschen, komfortabel mit dem System arbeiten. Vorlesungssysteme und Braille-Zeile werden auch oftmals in gemeinsamer Ergänzung verwendet. Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin sich Texte vorlesen zu lassen, aber mit der Braille-Zeile direkt in den Text einzugreifen. Braillezeilen sind allerdings recht teuer, sie kosten etwa 10.000 €. |
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Mathematik Mathematikschriften entwickelten sich in verschiedenen Sprachräumen unter unterschiedlichen Bedingungen. Es gibt somit auch in der Braille keine Weltmathematikschrift.
Einfache mathematische Ausdrücke kann man allerdings ohne die eigentliche Mathematikschrift schreiben. |
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Braille international Man unterscheidet zwischen nationalen und internationalen Buchstaben. Als international werden gernerell die Zeichen beschrieben, die die lateinischen Laute von a-z wiedergeben. Man bezeichnet sie auch als Basis-Alphabet.
Sie sind in allen Ländern, in denen Punktschrift verwendet wird, gleich. Wegen den verschieden häufigen Lauten in den unterschiedlichen Sprachen unterscheiden sich die Buchstabenzusammenziehungen aber notwendigerweise. Deshalb werden diese Laute als national bezeichnet (zum Beispiel im Französischen: Ç oder die Umlaute im Deutschen). Auch die Brailleschrift weist so zahlreiche Abweichungen auf, dass ein englischer Punktschrift-Text für jemanden, der diese Schrift in Deutschland gelernt hat, nicht zu lesen ist. Allerdings einfache Einschübe aus fremdsprachlichen Blindenschriftsystemen können in deutsche Texte durch ein Vorkode-Zeichen integriert werden. Um welches Alphabet es sich im Einzelfall handelt, muss falls es aus dem Zusammenhang nicht klar hervorgeht, in einer Anmerkung mitgeteilt werden. Die Blindenschrift wird auch international grundsetzlich von links nach rechts geschrieben. Mit den selben 64 Zeichen schreibt man verschiedene Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Chinesisch, Arabisch). Ein Zeichen kann also unterschiedliche Bedeutungen haben. Manchmal sind die Bedeutungen eines Zeichens in verschiedenen Sprachen ähnlich. (P 1, 4, 5 ist in Westeuropa ein d, im griechischen Alphabet = delta, hebräisch =daleth, chinesisch = Gebrauch für den Anfang von Wortteilen, die mit einem d-Laut beginnen). Oftmals sind die Bedeutungen jedoch auch komplett unterschiedlich. Eine Anpassung in Sprachen, die nicht das lateinische Alphabet als Grundlage haben ist schwieriger. Für die Wiedergabe von Silbenschriften (Chinesisch), die oftmals sehr viele Zeichen enthalten, wählt man eine phonetische Lösung. Die gegenwärtige chinesische Blindenschrift ist allerdings immer noch recht kompliziert. |
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Punktschriftdrucker Es gibt spezielle Drucker, die an den Computer angeschlossen werden und direkt Punktschriftdokumente drucken. Auch eine Transformation vom Vollschriftdokumenten in Kurzschrift ist vor dem Druck möglich, was hilft den Platzverbrauch von BBraille im Vergleich zu normalem Text zu senken. es gibt verschiedene Grade der Reduktion, am häufigsten verwendet wird der zweite Grad in dem eine Seite Normaltext immer noch zwei bis drei Seiten Barille-Text entspricht.
Es gibt mittlerweile auch einen neuen Brailledrucker namens Tiger, der nicht nur Braille sondern auch Grafiken oder die Umrisse von Zeichen ins Papier prägen kann. |
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Punktschrifttafel Eine Punktschrifttafel besteht aus einer Grundplatte mit Löchern entsprechend des 6-Punkt-Rasters und einer Klappe, die an der Grundplatte befestigt ist. Die Klappe zeigt ebenfalls das Muster der Zelle, allerdings sind die
Zellen leer. Mit einem spitzen Stift werden Mulden ins Papier gedrückt. Die Punkte müssen seitenverkehrt in das Papier geprägt werden. Heute wird diese Methode oft als veraltet bezeichnet und viele Kinder schreiben direkt mit der Punktschriftmaschine. Allerdings ermöglicht die Tafel auch ein Schreiben unterwegs, ohne auf ein schweres Gerät angewiesen zu sein. Es gibt kleine Notiztafeln für die Hemdtasche (Gegenstück zum Kuli). Es gab den Versuch von Positiv-Tafeln, die ein direktes Lesen des Geschriebenen ermöglichen sollten. Sie konnten sich allerdings nicht durchsetzen. Die Grundplatte hat keine Mulden sondern Stifte auf die man mit einem hohlen Stift drückte. |
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Punktschriftmaschine Die Punktschriftmaschine auch Blindenschreibmaschine genannt wurde 1899 von Oskar Picht erfunden. Sie funktioniert wie eine Standardschreibmaschine, hat allerdings nur sechs Tasten und zusätzlich eine Leertaste. Die Grundfunktionen wie Zeilenum-bruch oder Zurücksteller sind meistens auch als Tasten vorhanden. Die Reihenfolge der Tasten in Bezug zu den Punkten der 6-Punkt-Matrix von links und rechts: 3 2 1 4 5 6
Die für ein Zeichen benötigen Tasten, werden auf einmal gedrückt. Dies bietet einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der Schreibtafel, wo jeder Punkt einzeln geprägt wird. Die Punkte werden bei der Punktschriftmaschine von unten nach oben gedrückt, so dass ein sofortiges Lesen möglich wird. |
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